Präzisions-PPK-DG-Vermessungscopter findet versteckten Grenzstein im Hochwald

Erfolgreiche zentimetergenaue Positionsbestimmung aus der Luft

 

Es ist die berühmte Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“:  Man vermutet zwar wo der Grenzstein ungefähr sein müsste, aber offensichtlich ist er doch so tief vergraben, dass man ihn durch herkömmliche Mittel nicht so leicht ausfindig macht. Normalerweise würde ein GNSS Handgerät ja völlig ausreichen um den im Kataster genau angegebenen Koordinatenpunkt zu finden, wären da nicht 30 Meter hohe und Jahrzehnte alte Fichten und noch ältere Laubbäume genau da wo die Grenze vermutet wird. Da im Wald die Sicht auf Satelliten fehlt oder stark eingeschränkt ist kommt unsere Vermessungsdrohne mit dem inzwischen vielfach sehr erfolgreich getesteten PPK-DG System von KLAU Geomatics zum Einsatz. Damit wir den Grenzstein auch sicher finden, legen wir einige Passpunktmarken im Umkreis von 10-30 m innerhalb des Suchgebiets aus, wobei die Stellen so gewählt werden, dass die Marken aus der Luft auf ein paar Fotos zu sehen sind. Die Mittelpunkte der Marken werden vorher am Waldboden durch großzügige Kreuze mit Signierfarbe markiert, damit wir diese danach auch ohne unsere Markierungstafeln wieder finden.

 

Nach kurzer Initialisierungszeit des in unsere DJI-INSPIRE2  integrierten GNSS-Systems in einer kleinen Lichtung, starten wir unsere Mission und das UAV fliegt in wenigen Minuten den Bereich großzügig mit einer Vorlaufüberlappung von 80% und einer Seitenüberlappung von 60 % bezogen auf den Abstand der Drohne zu den Baumgipfeln, komplett automatisch entsprechend der vorgegeben Route ab. Kurz darauf landet der Multicopter wieder am Startpunkt, wir sammeln alle Passpunktmarken ein und machen uns auf den Weg zurück ins Büro.

Mit Hilfe der zum PPK-System gehörenden Software werden aus GNSS-Beobachtungsdaten, amtlichen Referenzdaten der Vermessungsverwaltung, Lageinformationen der Drohne sowie den registrierten Auslöseimpulszeiten der Kamera die exakten Kamerapositionen ermittelt. Die Ausgabe der Koordinaten für die weitere Prozessierung, z.B. in Agisoft PhotoScan, erfolgt bereits im gewünschten Koordinatensystem, in unserem Fall: Gauss Krüger Zone 4, EPSG:31468, sowie die Höhe im Geoidmodell EGM 2008.

Mit den so ermittelten Kamerapositionen und den Kalibrierwerten der Kamera wird nun eine dichte Punktwolke und daraus folgend ein Orthomosaik erstellt. Eine mittlere Verarbeitungsqualität, maßgeblich für die Dichte der Punktwolke und daraus folgender Prozesszeit, ist für diese Aufgabe völlig ausreichend.

Sobald das Orthofoto erzeugt ist, kann durch einfache Eingabe der Grenzsteinkoordinaten eine Markierung erzeugt werden. Nun muss nur noch der Abstand von dieser Markierung zu den im Bild sichtbaren Passpunktmarken ermittelt werden.

Noch am selben Nachmittag machen wir uns nochmal auf in den Wald, der sich im Gemeindebereich unseres Firmenstandorts befindet. Diesmal ohne Copter, dafür mit Maßband und Spaten.

Nachdem wir die Lage des Grenzsteins am Schnittpunkt aller vorher ermittelnden Abstände von den Markierungen ermittelt haben, machen wir uns in unmittelbarer Nähe eine stattlichen Fichte ans Graben. Obwohl wir an der ermittelten Stelle bereits 20 cm tief gegraben haben, ist von einem Grenzstein noch nichts zu sehen oder mit dem Spaten zu spüren. Wären wir nicht absolut von der Präzision des KLAU-PPK Systems überzeugt, würden wir hier vermutlich aufgeben. Auch könnte es sein, dass die Katasterinformation, aus welchen Gründen auch immer, nicht ganz richtig ist. Oder der Grenzstein ist schon vor Jahrzehnten durch Holzrückearbeiten verschwunden. Wir graben weiter und die Mühe hat sich gelohnt: In knapp 50 cm Tiefe stoßen wir auf eine ebene, etwa 15 x 15 cm große Granitoberfläche, deren Erscheinungsbild von anderen Grenzsteinen in der Umgebung bestens bekannt ist. Vor allem sind wir ein weiteres mal von der Präzision und einfachen Handhabung unseres KLAU-PPK Systems überzeugt: „QED“

Der Gesamtaufwand für diese Aufgabe war sehr überschaubar: Vorbereitungszeit ca. 15 min, Einsatzzeit vor Ort etwa 30 Minuten, inkl. markieren etc. Die Fahrzeit ist hier nicht der Rede wert! Der Aufwand im Büro war dann mit insgesamt ca. 90 Minuten der eigentlich größte, da neben der Übertragung von PPK- und Bilddaten auch noch die SAPOS-Referenzdaten und das DXF-File vom Vermessungsamt bezogen werden musste (Gebühren dafür insgesamt knapp 20 Euro). Die „Erdarbeiten“ sind in jedem Fall Sache des Auftraggebers, die wir aber aus reiner Neugierde und „Erfolgsdrang“ schnell selbst erledigt haben. Den Markierungspflock musste dann der Eigentümer doch selbst einsetzten. Damit sind ab sofort sichtbare, klare und vor allem rechtssichere Verhältnisse um das Eigentum jedes einzelnen Baums im fraglichen Bereich geschaffen.

Fazit: Die von uns eingesetzte IINSPIRE2-KLAUPPK Vermessungsdrohne liefert exakte Ergebnisse bei einem insgesamt doch sehr überschaubaren Aufwand im Verhältnis zu herkömmlichen terrestrischen Methoden in einem für Bodenvermessung doch recht ungünstigen Gebiet.

 

Mehr über das KLAUPPK-System erfahren Sie auf unserer Website. Für weitere Informationen zu unseren Drohnen-Dienstleistung und zum Vertrieb der KLAUPPK Technologie freuen wir uns auf Ihren Anruf unter +49 (0)8104 8889810 oder Ihre Email an info@videographics.de!

2018-04-29T16:00:34+00:00 29/04/2018|