Untersuchung von Photovoltaikanlagen – Drohnen Thermographie zur Aufdeckung von Verschattungsproblemen

Bei meiner ersten Überprüfung einer Photovoltaikanlage, zugegebener Maßen ein höchst willkommenes „Übungsobjekt“ im Frühjahr 2017 , habe ich nicht schlecht gestaunt, als der Schatten des Multicopters im Thermogramm trotz eines Abstands von gut 15 Metern und einem zügigen Überflug als gleißend helles Objekt gut erkennbar aufblitzte.

Vorübergehender Hotspot, erzeugt durch den Schatten des Multicopters

Neben ein paar Schmutzschlieren war an dieser Anlage, die mit insgesamt knapp 40 kWp auf zwei Scheunendächern installiert war, kein Mangel zu erkennen. Den Betreiber und Eigentümer versuchte ich allerdings zu überzeugen, dass eine zeitnahe Reinigung nicht nur den Ertrag steigern würde, sondern die Anlage auch langfristig vor der Beschädigung einzelner Zellen durch zuviel Schmutz und die dadurch erhöhte Abschattung bewahren würde.  Nicht nur im Erfahrungsaustausch mit anderen Thermographen und Spezialisten im PV-Bereich, sondern vor allem in der Praxis stellt sich die Abschattungsproblematik immer wieder als „Zellenkiller“ dar.

 

Dies zeigte sich auch an einem Wohnhaus in Oberbayern. Das Unternehmen, das den Betreiber der nach Ost und West ausgerichteten PV-Anlage  und überzeugten „Sonnenernter“ technisch betreut, konnte die Ursache für die Leistungseinbuße von über 15% nicht klären.  Wir bekamen den Auftrag mit Multicopter und Wärmebildkamera nach dem Rechten zu sehen. Allein ein kurzer Blick auf das Dach, dessen Giebel von Nord nach Süd verläuft, ließ ein deutliches Prüfergebnis vermuten.

PV-Anlagen-Abschattung durch Antennen

Im südlichen Bereich des Dachfirst waren neben einer Sat-Schüssel auch eine stattliche terrestrische Antenne montiert. Zudem ragte auch der Schornstein mittig hervor. Der Schatten, dieser drei solaren „Spielverderber“ war zur Mittagszeit bereits deutlich zu erkennen, der Sonnenstand – Ende September – war schon reativ tief. Dennoch, die entsprechend der Norm geforderte Einstrahlungsleistung von mindestens 600 W/m² war überall vorhanden.

 

 

Stark erwärmte Zellen im Bereich des Schattenwurfs

Nach wenigen Minuten war dann auch der Multicopter in der Luft und die Bilder der Wärmebildkamera haben leider bestätigt, was ein kurzer Blick auf’s Dach vermuten ließ: Auffällige Zellen im Bereich der Schatten. Insgesamt entsprach die Anzahl der Module mit thermisch auffälligen Zellen prozentual dem Rückgang des Wirkungsgrades der gesamten Anlage. Ich vermute einen direkten Zusammenhang!

 

 

Eine ähnliche Situation  habe ich Ende Oktober ( bei der Sonnenstands-bedingt vermutlich letzten PV-Thermographie 2017) vorgefunden. Auf dem Dach eines größeren Mehrparteienhauses war weder Antenne noch Schornstein im Spiel: Dafür die überirdischen Stromanschlussleitungen, insgesamt vier Stahlseile, die mit nur wenig Abstand oberhalb der PV-Module verlaufen. Wie im Thermogramm zu erkennen ist der Schattenwurf der Stromseile ein Thema in Bezug auf Ertrag und Lebensdauer der Photovoltaikanlage. Nur durch eine regelmäßige thermographische Überprüfung, also dem Einsatz von Multicopter und Wärmebildkamera, lassen sich Schäden frühzeitig feststellen und Module rechtzeitig austauschen. Als „Sonnenernter“ sichern Sie sich dadurch nicht nur den maximalen Ertrag, sondern reduzieren das Risiko erheblich, dass es zum einem Modulbrand, hervorgerunfen durch überhitzte Zellen, kommt!

Um bis zu 25 Grad erwärmte Zellen im Bereich des Seilschattens

Eine weitere Beobachtung bei der Befliegung von mehreren  MW- Photovoltaik in diesem Jahr ist die verstärkte Verschmutzung direkt unter Antennen und Stromleitungen: Vogelkot! Und diese „Verschattung“ ist je nach „Ausdehnung“  schlimmer, denn sie wandert nicht wie der Schatten mit der Sonne, sondern bleibt solange bis sie, wie auch immer, beseitigt wird. Auch Bäume und große Sträucher können durch ihren Schatten einen negativen „Erntebeitrag“ liefern. Schneiden Sie daher Bäume und Sträucher rechtzeitig zurück, nicht erst wenn Sie diese „Schattenseite“ in Ihrer Abrechnung feststellen!

Für weitere Informationen zur Überprüfung von PV-Anlagen nutzen Sie unser Kontaktformular, rufen Sie uns unter 08104 8889810 an, oder schicken eine Email an info@videographics.de. Wir beraten Sie sehr gerne und mache Ihnen gerne ein Angebot!

2017-11-12T12:38:46+00:00 10/11/2017|