Inspektionsflüge, PV-Anlagen Inspektion, Luftbildvermessung: Videographics erhält die Betriebserlaubnis vom Luftamt Süd

Videographics erhält zum 1. Januar 2018 mit der Registriernummer BYLAS/001/18 als erstes Unternehmen die Betriebserlaubnis und Verbotsausnahmezulassungen für Bayern vom der Regierung von Oberbayern, Luftamt Süd

Die „Drohnen Genehmigung“: Endlich ist sie da, die neue Allgemeinverfügung des Luftamtes Süd der Regierung von Oberbayern. Pünktlich zu Weihnachten wird die allgemeine Betriebserlaubnis im „Oberbayerischen Amtsblatt Nr. 25 / 2017“ am 22. Dezember 2017 veröffentlicht.

Die neue Allgemeinverfügung, von der nun ausschließlich im Rahmen der Zuteilung einer behördlichen Registriernummer Gebrauch gemacht werden darf, stellt nicht nur die Betriebserlaubnis von unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen, Multicoptern) mit einem Startgewicht ab 5 bis 25 kg dar, sondern erlaubt auch Ausnahmen von den in der Luftverkehrsordnung § 21b Abs. 1 Nr. 1 bis 9 LuftVO festgelegten Verboten. Dazu etwas später.

Landesluftfahrtbehörden, wichtige Verbände der unbemannten Luftfahrt, wie beispielsweise der UAV-DACH e.V. oder der BVCP e.V. sowie Luftfahrtunternehmen, darunter z.B. die Lufthansa und viele andere haben sich im Vorfeld der sog. „Drohnen-Verordnung“ für eine realitätsnahe Neuregelung des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) eingesetzt. Der Anspruch des Bundesverkehrsministers, nämlich den professionellen Einsatz von UAVs zu erleichtern und zu stärken und gleichzeitig eine Risikoreduzierung beim privaten Drohnenbetrieb zu erreichen, ist dabei leider zunächst in meinen Augen gründlich daneben gegangen. Warum? Für die Betriebserlaubnisse, dazu zählen auch die im Gesetz vorgesehenen, sog. Verbotsausnahmezulassungen sind die Luftfahrtbehörden der Länder verantwortlich. Da es offensichtlich im Vorfeld der Gesetzesentscheidung keinen Konsens zur Umsetzung der Erlaubniserteilung zwischen Bund und Ländern kam, fehlten elementare Entscheidungsgrundlagen. Verständlicherweise kann hier kein Regierungsvetreter persönlich für die Erteilung einer Erlaubnis ohne Entscheidungsgrundlage haften, was zumindest von den Verantwortlichen wohl so interpretiert wurde.

Fazit: Seit dem 7.April 2017 wurden im Wesentlichen keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilt und vor allem die Abstandsverbote waren ein massives Handicap und viele Aufträge mussten abgelehnt werden. In der noch sehr jungen Branche führte dies auch zum Aus für einige junge Unternehmen, zudem die Grundinvestitionen in eine Profidrohne und Sensoren sehr schnell die Kosten eines neuen Mittelklasse-PKWs und mehr erreichen können.

Für Hobbypiloten schien dies kaum Auswirkungen zu haben: Nachdem vermutlich mehr als 99% aller privat genutzten UAVs wie z.B. die weit verbreitete Phantom-Serie deutlich unter 2kg liegen, besteht in diesem Anwenderkreis auch keine Verpflichtung zum Ablegen des Kenntinsnachweis gem. § 21a Abs. 4 Satz 3 Nr. 2 oder 3 LuftVO („Drohnenführerschein) und somit nicht die zur Prüfungsvorbereitung notwendige Auseinandersetzung mit den Gesetzen und Verordnungen der Luftfahrt.

Nachdem der UAV-DACH, als größter Verband der unbemannten Luftfahrt, die Erfahrungen seiner Mitglieder im Bereich der Genehmigungserteilung abgefragt und ausgewertet hat, wurden beständig Gespräche zwischen Verbänden, Luftfahrtbundesamt, Bundesverkehrsministerium (BMVI) und Landesluftfahrtbehörden geführt. Auf Anraten der Landesluftfahrtbehörden haben aber auch viele Betroffene Unternehmer, darunter auch ich, ihre problematischen Erfahrungen schriftlich vorgelegt und um realistische Lösungsvorschläge gebeten. Als positives Ergebnis, mehr als sechs Monate nach Inkrafttreten der neuen LuftVO entstanden die „Gemeinsamen Grundsätze des Bundes und der Länder für die Erteilung von Erlaubnissen und die Zulassung von Ausnahmen zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten gemäß § 21a und § 21b LuftVO vom 27. Oktober 2017 (veröffentlicht durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in den Nachrichten für Luftfahrer – NfL 1-1163-17). Diese gemeinsamen Grundsätze wurden nun von den beiden zuständigen Landes-Luftfahrtbehörden in Bayern, dem Luftamt Südbayern (München), sowie dem Luftamt Nordbayern (Nürnberg) direkt in der seit 1.1.2018 gültigen, neuen „Allgemeinverfügung“ umgesetzt. Für uns als junges, innovatives Startup, ein echtes Weihnachtsgeschenk! Zudem werden die Allgemeinverfügungen gegenseitig anerkannt.

Im Einzelnen bedeutet das u.a.:

  • Mindestabstand von Menschenansammlungen (per Definition ab 12 Personen) 10 Meter, wobei die Flughöhe stets kleiner als der seitliche Abstand sein muss (1:1 Regel)
  • Mindestabstand von Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen 10 m, wobei die Flughöhe stets kleiner als der seitliche Abstand sein muss (1:1 Regel). Ein Überflug ist zudem in einer Flughöhe von mindestens 50 Metern erlaubt, sofern der Abstand zu Kraft-, Wasser- und Schienenfahrzeugen mindestens 50 Meter beträgt und der Überflug ohne Verweilen zügig erfolgt.
  • Überfliegen von Wohngrundstücken ohne Zustimmung der Verfügungsberechtigten, wenn unvermeidbar und unter zusätzlichen Auflagen, max. Fluggewicht bis 2 kg
  • Überschreitung der maximalen Flughöhe von 100m im Nahbereich (20 m) von Gebäuden z.B. Schornsteinen, Windkraftanlagen für Inspektionszwecke mit einem Multicopter
  • Zudem Vereinfachungen für Genehmigungen für Flughöhen über 50 Metern innerhalb einer Kontrollzone (CTR) eines Flughafens (Flugverkehrsfreigabe), oder die jeweils zuständige Naturschutzbehörde bei Flügen in Naturschutzgebieten.
  • Flüge bei Nacht mit entsprechender Beleuchtung gem. SERA 923/2012. Die genannten Verbotsausnahmezulassungen gelten dabei allerdings nicht!

Der verantwortungsvolle Umgang in Bezug auf den Datenschutz und vor allem die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen sind ohnehin die Grundlage für jeglichen UAV-Betrieb und stehen für uns immer an erster Stelle!

Auch ist für die Nutzung der meisten o.g. Ausnahmezulassungen die zuständige Polizeidienststelle min 24 Stunden vor dem Flug zu informiert.

Unsere Betriebsgenehmigung für Bayern gilt nun bis Ende 2019, die entsprechende Betriebserlaubnis für Baden-Württemberg bis zum 22.01.2020. Auch viele weitere Landesluftfahrtbehörden haben die Bestimmungen vom 27. Oktober 2017 zu Beginn des neuen Jahres entsprechend umgesetzt.

Für die gesamte EU wird bereits seit längerem an UAV-Regelungen gearbeitet und die europäische Regelung der Unbemannten Luftfahrt an der die EASA, die europäische Luftfahrtsicherheitsbehörde bereits mit Hochdruck arbeitet wird nationale Regelungen ablösen. Eine Umsetzung der europäischen Regelung wird im Laufe des Jahres 2019 erwarte. Bleibt abzuwarten, was uns da künftig noch alles „ins Haus“ steht!

2018-02-08T12:43:22+00:0007/01/2018|

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?